Produktvariationen, Innovationen und Crowdsourcing

Von McDonalds kennen wir sie inzwischen alle: die Aktion „Mein Burger“, bei der man seinen eigenen Burger kreieren kann. McDonalds fragt all seine Kunden, was sie sich von ihnen wünschen. Sie geben ihnen die Möglichkeit, ihre eigenen Wünsche und Ideen in das Unternehmen einzubringen. Somit nutzt McDonalds diese Aktionen als Instrument der Kundenbindung – und betreibt gleichzeitig eine optimale Marktforschung. Die „Masse der Menschen“ dient hierbei als Quelle: Crowdsourcing.

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Pepsi hat aktuell ebenfalls eine derartige Aktion laufen. Hier kann man zwar das Produkt, also das Getränk selbst, nicht ändern – aber dafür das Design der Dose. Die Kunden werden durch die Mitgestaltungsmöglichkeit enger an das Unternehmen gebunden und das Unternehmen kann gleichzeitig Schlüsse über die Vorlieben und Interessen der Kunden ziehen.

Für den Konzern PepsiCo ist dies nicht die erste Crowdsourcing-Aktion. Das Blog InnovationExcellence zeigt weitere Wettbewerbe auf, bei denen die Kunden Produkte entwickeln konnten, welche am Ende auch auf den Markt gebracht wurden. So wurde im Herbst vergangenen Jahres zum Beispiel beim „Friends and Couples“-Wettbewerb nach Ideen für einen neuen Snack gesucht, der Erwachsenen dabei helfen soll, ein Treffen bzw. Wiedersehen erfolgreich zu veranstalten. Das ist nicht nur neu, das ist innovativ: im Gegensatz zur „Mein Burger“-McDonalds-Aktion geht es hier nicht darum, ein bereits bestehendes Produkt zu verändern, sondern mithilfe der Ideen der Kunden soll ein wirklich neues Produkt erschaffen werden.

Hier zeigt sich der Unterschied zwischen einer reinen Produktvariation und einer radikalen Innovation. Na gut, ein Snack an sich ist jetzt vielleicht noch keine radikale Innovation – aber es geht hierbei darum, ein neues Produkt zu erstellen, und nicht nur ein bereits vorhandenes zu optimieren. Oftmals wird der Begriff „Innovation“ jedoch für beide Zustände verwendet: sowohl für eine „Neuheit eines Objekts oder einer sozialen Handlungsweise“ als auch für die Erneuerung derselben (siehe Gablers Wirtschaftslexikon). Im Duden wird Innovation in Bezug auf die Wirtschaft als „Realisierung einer neuartigen, fortschrittlichen Lösung für ein bestimmtes Problem, besonders die Einführung eines neuen Produkts oder die Anwendung eines neuen Verfahrens“ bezeichnet. Hier liegt der Schwerpunkt also deutlich auf der kompletten Neuheit.

Wir finden es durchaus wichtig, einen Unterschied zwischen einer absoluten Neuheit und einer Erneuerung im Sinne einer Verbesserung zu machen.

business-561388_1280Eine Produktvariation ist ja im Prinzip, um es mal zugespitzt zu formulieren, einfach ein Produkt, das es schon gibt – nur eben ein bisschen anders. (Natürlich wird sich auch das auch den Markt und die Kunden auswirken, zur Veranschaulichung male ich jetzt aber mal nur schwarz-weiß.) Eine disruptive Innovation hingegen wird den Markt völlig durcheinander bringen. Die Neuheit muss erst mal ihren Platz auf dem Markt und bei den Kunden finden. Der Bedarf an diesem neuartigen Produkt/Service/Modell muss möglicherweise von der Mehrheit der Masse zunächst überhaupt erkannt werden. Und hier liegt auch der Schwachpunkt: was, wenn die Menschen keinen Zugang dazu finden?

Bei radikalen Innovationen lohnt es sich unbedingt, vor der Markteinführung zu testen, ob diese Neuheit überhaupt Anklang finden wird. Noch viel besser ist es natürlich, die potentiellen Nutzer des innovativen Produkts oder Services direkt bei der Entwicklung der Innovation einzubeziehen. Welches Problem herrscht aktuell vor und wie muss eine Lösung dafür aussehen? So kann festgestellt werden, ob auch wirklich Bedarf und Interesse daran bestehen und wie diese konkret auszusehen hat, um die Kundenwünsche mit einzubringen. Ein Produkt-Flop beim Markteintritt ist somit äußert unwahrscheinlich, der fit-to-market-Faktor jedoch umso höher.

Und damit wären wir auch wieder beim Crowdsourcing angelangt. Um Innovationen erfolgreich an die Menschen zu bringen, sollte man sie bei der Erstellung unbedingt auch als Informationsquelle nutzen.

Crowdsourcing und Innovationen sind also eine perfekte Kombination, finden wir! Und deshalb sind wir nach wie vor vom PHANTOMINDS-Konzept überzeugt und können jeden Tag auf’s neue mit so viel Freude und Leidenschaft an die Arbeit gehen! :-)