Smart City Hamburg?!

smartcity1Hamburg, Hafen. Keine Staus mehr, da die Verkehrsführung verbessert wurde: smart traffic. Die Straßenbeleuchtung schaltet sich dann ein, wenn es dunkel ist und nicht aufgrund der Uhrzeit: smart lighting. Verbesserung der Luftreinhaltung durch Datensammlung über Umwelt und Luftverschmutzung: smart environment. Bestmögliche Nutzung von LKW-Parkplätzen durch Parkplatz-Zuweisung: smart parking. Und das alles mit neusten und aktuellsten Technologien. So soll Hamburgs Hafen zukünftig sein – ein „smartPORT“.

Dies ist eines der Ziele, die sich die Stadt Hamburg zusammen mit dem Unternehmen Cisco im Rahmen des „Smart City Memorandum of Understanding“ gesetzt haben. Dabei geht es nicht nur um Hamburgs Hafen, sondern die ganze Stadt soll eine Smart City werden.

internet of„Digitalisierung, Vernetzung und Verknüpfung von Daten sind der Schlüssel zu Smart Cities“, so der VDI. Die Daten sollen mit Services und Dingen verbunden werden, sodass die Menschen sie nutzen und damit interagieren können – willkommen im Zeitalter des Internet of Things, People, Data and Services.

Eine einheitliche Definition einer Smart City ist bisher noch nicht gegeben worden. BusinessDictionary beschreibt sie wie folgt: “A developed urban area that creates sustainable economic development and high quality of life by excelling in multiple key areas; economy, mobility, environment, people, living, and government. Excelling in these key areas can be done so through strong human capital, social capital, and/or ICT infrastructure.”

Die DKE beschreibt folgende Ziele für Smart Cities:

  • „die Lebensqualität und Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe der Bürger und Bürgerinnen zu verbessern,
  • die Nutzung von endlichen Ressourcen zu verringern und die Nutzung erneuerbarer Ressourcen zu etablieren,
  • die Daseinsvorsorge langfristig zu sichern und zu optimieren,
  • die Überlebens-, Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit (Resilienz) des Siedlungsraums zu stärken,
  • eine transparente Entscheidungskultur und Wissensgesellschaft zu schaffen sowie
  • die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes dauerhaft zu erhalten oder zu erhöhen,

mithin die Zukunftsfähigkeit des Siedlungsraums zu verbessern und dabei negative Folgen der Urbanisierung zu mindern oder zu vermeiden.“

Die Urbanisierung liefert also den Anlass, sich über das Konzept einer Stadt Gedanken zu machen. Aufgrund des enormen Bevölkerungszuwachses in Städten scheint es angemessen, auf gleichbleibende Lebensbedingungen zu achten bzw. diese zu verbessern. Eine Verschlechterung soll ausgeschlossen werden. Eine Übersicht über das Wachstum der Weltmetropolen gibt es bei der Zeit.

Neben der stetigen Überwachung der Umwelt und Infrastruktur – Luft, Verkehr, Beleuchtung etc. – sollen die Bewohner auch aktiv am Stadtleben mitwirken können. Zum Beispiel mit dem „Bürgerkiosk“: einem kleinen Raum, ausgestattet mit Kommunikationsmedien wie Mirkofon und Kamera sowie Bildschirm und Drucker. Der Weg zwischen Bürgern und Regierung soll kürzer und direkter werden. In Gulsborgsund, Dänemark, wird dieses Prinzip schon seit 2007 angewandt: hier gibt es fünf Bürgerkioske, die dafür sorgen, dass mehr Bürger einfacher Zugang zu den Fachberatern aus Servicezentren (z.B. Gemeindeverwaltung) haben. Die Mitarbeiter aus den Servicezentren sind nun gleichzeitig Ansprechpartner für die Kioske. Durch eine 1:1-Kommunikation, z.B. via Video-Talk, können nun auch aus der Ferne Gespräche geführt werden und Services wie Dokumentenfreigabe oder –Druck angeboten werden. In Gulsborgsund fand dieses Konzept großen Anklang und erzielte positive Reaktionen. Seit Februar 2013 gibt es auch in Nizza einen solchen Bürgerkiosk und auch in Hamburg ist ein entsprechendes Projekt in Planung – der erste Kiosk soll im Alstertaler Einkaufszentrum platziert werden.

smartcity2Hamburg möchte auch in Sachen Bildung ganz vorne an der „digitalen Front“ mitmischen. Die „Hamburg Open Online University“ soll einen freien Zugang zu Lehrveranstaltungen für alle Interessierten bieten – nicht nur für eingeschriebene Studenten. Die Online University ist eine Lehr- und Lernplattform, auf der alle Hamburger Hochschulen vertreten sind und Materialien und Kurse anbieten. E-Learning soll mehr Anklang in Deutschland finden und Hamburg möchte hierbei als Vorreiter mit gutem Beispiel voran gehen. Noch in diesem Jahr soll die Plattform online gehen. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und der Senat wollen diesen Schritt im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie gehen, deren Ziele mehr Qualität & Flexibilität, eine Öffnung des Zugangs zu Lehr-Lernmaterialien sowie verstärkte Öffentlichkeitsarbeit für die Hochschulen sind. Die Open Online University ist ein weiterer Schritt Richtung Digitale Stadt bzw. Smart City.

Um das Konzept der „Smart City“ macht sich derzeit auch Wien viele Gedanken und lädt aktuell zur Ausstellung “stadt.smart.entwickeln” ein, bei der „intelligente Lösungen für die aktuellen, globalen Herausforderungen von Städten und Metropolen [thematisiert werden]“.

Es ist überflüssig, zu erwähnen, dass natürlich nicht nur in Europa am Konzept der Smart Cities gearbeitet wird, oder? Man braucht nur mal nach Boston, San Francisco, Seoul, Singapur, Abuja, etc. zu schauen um zu sehen, dass weltweit smartere Städte entstehen sollen.

Wir als PHANTOMINDS arbeiten selbst natürlich auch an smarten, innovativen Lösungen für Hamburg – vor allem wollen wir ansässigen Unternehmen den Wert einer Innovationskultur zeigen und mit ihnen gemeinsam neue Wege gehen. Wir stellen uns den Herausforderungen, die innovatives Arbeiten mit sich bringt und bei uns hat „Vernetzung“ einen hohen Stellenwert: besonders dann, wenn es um die Kontaktaufnahme zu Kunden und Nutzern geht.

Wir sind also besonders gespannt auf die zukünftigen „smarten“ Entwicklungen in unserer Hansestadt und hoffen, ein Teil davon sein zu können! :-)