User Innovation: „Genau das brauch‘ ich!“

user-innovation-ideaNeue Produkte: sie sollen nützlich sein. Und praktisch. Doch wenn sie entstehen, müssen nicht immer große Unternehmen und Marken dahinter stehen. Manchmal ist es auch „der Typ von nebenan“, der die geniale Idee hatte. Und manchmal bist es auch Du selbst!

 

Beispiel: Kite Surfing

user-innovation-kiteSurfing als Sportart gibt es schon seit einigen Jahrzehnten, und auch das Drachenfliegen wurde nicht eben erst erfunden. Was aber in der 70ern neu aufkam, war die Verbindung von Surfing und Kiting. Die Surfer wollten die Kraft des Windes nutzen um höhere und längere Sprünge durchführen zu können. So kam die Idee auf, ein Surfboard mit dem Segel eines Drachenfliegers zu kombinieren. Hinter dieser Entwicklung steckt also kein Unternehmen, welches ein neues Produkt verkaufen wollte, sondern der Wunsch von den Sportlern selbst, das Surf-Erlebnis zu verbessern.

Das erste Kitesurf-Patent wurde 1977 von Gijsbertus Adrianus Panhuise angemeldet. Erst 21 Jahre später wurde Kitesurfing offiziell als eigenständige Sportart anerkannt.

Der Kite-Surfer Saul Griffith spielte in Bezug auf das Design eine große Rolle. Er entwickelte verschiedene Kite-Designs und stellte diese online. Andere Surfer beteiligten sich an dieser Aktion und teilten ihre Ideen ebenfalls online – und so entstand eine Kitesurf Community. Die Designs dieser Community wurden am Ende auch produziert und setzten sich gegenüber denen kommerzieller Hersteller durch.

 

User als Initiatoren

Dieses Beispiel verdeutlicht gut, wie Nutzer selbst als erfolgreiche Initiatoren fungieren können. Sie sehen einen Bedarf oder eine Weiterentwicklung bestimmter Produkte, schon bevor Unternehmen dieser Bedarf bewusst wird.

Als Microsoft die Kinect für die X-Box entwickelte, sollte sie eigentlich „nur“ ein neues Erlebnis in der Game-Welt bieten. Einige User waren jedoch der Meinung, dass man die 3D-Steuerung auch für andere Zwecke nutzen konnte und fanden Wege und Möglichkeiten, die Kinect mit ihren PCs zu verbinden und so ihre Rechner mithilfe der Kinect-Steuerung zu bedienen. Natürlich wird inzwischen bereits eine Software angeboten, mit der „jeder“ die Kinect einfach mit seinem Rechner verbinden kann. Der Anstoß hierfür kam aber nicht von Microsoft, sondern von – wer hätte es gedacht – den Nutzern selbst. Heute können mithilfe der 3D-Steuerung  Virtual Reality-Anwendungen, medizinische Visualisierungen und die Bedienung von Robotern umgesetzt werden.

Und – erinnert ihr euch noch an Napster? Shawn Fanning entwickelte eine Plattform, um Musikdateien auszutauschen – und das auch zunächst nur für die private Nutzung. Erst danach wurde die Firma Napster gegründet, welche am Ende die ganze Musik-Industrie revolutionierte.

 

Es gibt noch mehr Beispiele dafür, wie User aus persönlichen Beweggründen heraus Produktverbesserungen oder auch ganz neue Produkte entwickelt haben. Innovationen, an die Bedürfnisse der User angepasst. User Innovation. Die Nutzer der Produkte sind am Ende die Käufer derselben. Die Kunden also. Wenn Unternehmen Kunden mehr in ihre Innovationsprozesse einbeziehen („Customer Centricity“), entstehen Produkte, die aktuell am Markt gefragt sind.

Unsere PHANTOMINDS-Plattform bietet Raum für genau diese Entwicklungspotentiale. Wir schaffen Platz für die Interaktion zwischen Unternehmen und kreativen, produktiven Köpfen. In Kürze startet unsere Beta-Testing-Phase und wir freuen uns über weitere, neue Community-Mitglieder!

 

Wer mehr über Kite-Surfing, Kinect & Napster wissen möchte:

 

Image by Vera Kratochvil